Rassistische Kacke im Alltag und sonstwo

  • Hallo zusammen,


    ich koche grad:


    Mathebuch, 2. Klasse


    Was nun?

    Ich würde den Verlag, die Direktorin und die Lehrerin anschreiben. Politisch Verantwortliche?

    Aber vorher schau ich mir das Buch nochmal genauer an.


    Für Input wäre ich sehr froh.

  • Soorma

    Ich würde an den Verlag schreiben. Welches Lehrwerk ist das?

    Dann einen kleinen Aufkleber zuschneiden, beschriften und die Bezeichnung verändern. Die Lehrperson darüber unterrichten. Im Präsenzunterricht könnte sie es mit der Klasse thematisieren, aber im Hausunterricht wird das schwierig.

    Wer loslässt, hat die Hände frei


  • Welches Bundesland? In Berlin muss das fragliche Wort erklärt werden, nur wenige Kinder werden das kennen

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."

  • Guckt mal: Klick.

    Blacklist und Whitelist hätte ich jetzt ehrlich gesagt nicht als rassistisch auf dem Schirm gehabt. Aber irgendwie gut, dass sich da Leute Gedanken machen. Oder findet Ihr das überzogen?

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


    giphy.gif


    You say you want a revolution. Well, you know, we all want to change the world.

    But when you talk about destruction, don't you know that you can count me out? Don't you know it's gonna be all right?

  • Ich bin wirklich jemand, die der Sprache eine große Bedeutung zuschreibt und daran glaubt, dass sie unsere Wahrnehmung der Welt prägt.

    Aber ich persönlich empfinde die Interpretation von Blacklist und Whitelist als rassisitische Begriffe als über das Ziel hinausgeschossen.

    Mich erinnert das an das Spiel "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?", was fälschlicherweise auch immer wieder im Verdacht ist, rassistisch zu sein; dabei ist mit dem schwarzen Mann der Schornsteinfeger gemeint.

    Schwarz und weiß sind für mich auch Begriffe, die in ganz anderen Kontexten stehen können als Hautfarben. So verknüpfe ich z.B. mit schwarz auch Dunkelheit. Insbesondere früher war Dunkelheit oft etwas Bedrohliches.

    Dunkel / schwarz kann auch mit "traurig", "hoffnungslos", "düster" assoziiert sein.

    Ich finde es ziemlich weit hergeholt, bei blacklist und whitelist nun an Hautfarben zu denken.

    Alle Möpse bellen, alle Möpse bellen, nur der kleine Rollmops nicht...

  • Lustig, ich hatte beim schwarzen Mann immer automatisch einen Mann in schwarzem Gewand vor Augen.

  • Soweit ich weiß, ist der Schwarze Mann eine Verkörperung der Pest.

    Julia und Tochter (11/04) und Tochter (04/08) und Sohn (06/17)

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.



  • Guckt mal: Klick.

    Blacklist und Whitelist hätte ich jetzt ehrlich gesagt nicht als rassistisch auf dem Schirm gehabt. Aber irgendwie gut, dass sich da Leute Gedanken machen. Oder findet Ihr das überzogen?

    Ich finde es im Kontext von Master/Slave überhaupt nicht überzogen, das hat mich schon als Kind gestört, als ich es das erste mal gehört habe. Mit Black- und Whitelist finde ich die Problematik jetzt nicht so krass und auch nicht so offensichtlich, dennoch ist es gut, dass sich darüber Gedanken gemacht wird. Denn ganz grundsätzlich ist es ja schon so: Blacklist= schlecht, unerwünscht, soll draußen bleiben, während Whitelist= vertrauenswürdig, gut. Und klar könnte das auch anders hergeleitet werden, zb mit Tag und Nacht oder so aber es bricht sich ja auch keine was, wenn es nun umbenannt wird.

    #herzKleiner Zwerg 07/14

    #herzMinizwerg 06/17

    ticker?TT=bdy&TT1=bdy&CL=&CT=&CG=F&O=m_chick&T=t_b14&D=2017-06-07&M1=&D1=&T2=&T1=Minizwerg&T3=&CC=0&CO=FFFFFF&CO2=&W=&TS=&R=A&SC=green

  • Sind Blacklist und Master und Slave im selben Kontext entstanden? Oder ist Blacklist und Whitelist ein älterer Begriff?

    Abbrechen tut sich keine was, ich denke nur, dass die Kritiker einer sensiblen durch überzogene Interpretationen Rückenwind bekommen.

    Alle Möpse bellen, alle Möpse bellen, nur der kleine Rollmops nicht...

  • Blacklist stammt aus dem 17. Jhd. (Sagt Wikipedia) und hat keine rassistischen Ursprung. Und ich kenne es auch aus anderen Lebensbereichen (bei Ärzten zB), Whitelist ist modernen.


    Aber nur weil etwa keinen rassistischen Ursprung hat, kann es den doch entwickeln. Ersatz kann man auch gut finden, Blocklist und allowlist zB.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • nez perce nein, sind sie nicht.


    Bei white/blacklist weiß ich nicht, wo es herkommt, habe es aber nie mit Hautfarbe in Verbindung gebracht. Eher mit Dunkelheit, ausschwärzen.

    Wir könnten ja einfach, wie vor Jahrzehnten, wieder deutsche ausdrücke wie positiv- und negativliste verwenden.


    Master/slave muss ich drüber nachdenken - der Ursprung ist klar Sklaverei und damit auch Rassismus. Es ist eine Bezeichnung für ein konzept, das in Bezug auf Menschen absolut menschenunwürdig ist. Aber ich tue mich schwer damit, die Beschreibung der Regelung von motoren mit diesem Ausdruck so schlimm zu finden.

    Ich tue mich auch gerade schwer damit, das zu erklären - wird explizit oder implizit auf “rassen“ verwiesen und bestimmte (echte oder vermeintliche) Eigenschaften als Grundlage zur wertung von etwas verwendet, ist das nicht ok und sollte geändert werden.

    Aber ein Begriff für ein konzept, der abstrakt oben drüber steht und keine Information über solche Eigenschaften oder deren Wertung beinhaltet, da sehe ich das Problem gerade nicht so ganz. - hat da jemand Argumente außer “ist so!“?

    Und eigentlich, rein technisch, ist das auch verwendete mater/follower nicht korrekt, wenn man unterstellt, das ein follower etwas selbst entscheiden kann. Der slave im antriebskontext ist zwangsgeführt, der kann nicht anders.


    Jono und nez perce ich stimme zu, dass man auch eigentlich harmlose ausdrücke vermeiden kann, wenn sie für genug Verwirrung sorgen und genug Leuten aufstoßen.

    Aber ich finde es auch wichtig, dabei die Kirche im Dorf zu lassen und noch Sprache übrig zu lassen.

    Wenn pc übertrieben wird, wird Kommunikation ein eiertanz.

  • Aber nur weil etwa keinen rassistischen Ursprung hat, kann es den doch entwickeln.

    Genau, gutes Beispiel ist eben das "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann"-Spiel.

    Meine Oma hat mir immer gesagt, dabei ginge es um den Kohlenmann; den, bei dem wir Kohlen gekauft haben. Bei dem gab es aber diese kleinen Kirschlollis, vor dem hatten wir Kinder natürlich keine Angst. Gruselig fanden wir tatsächlich den einzigen Schwarzen, den wir hin und wieder an der Bushaltestelle gesehen haben.


    Da die wenigsten Kinder Kontakt zum Köhler haben und der Schornsteinfeger auch nicht mehr als rußverschmiert bekannt ist, sondern mit dem Laptop kommt, ist die naheliegendste Assoziation eben "Angst vor einem schwarzen Menschen".

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Master/slave muss ich drüber nachdenken - der Ursprung ist klar Sklaverei und damit auch Rassismus.

    Sklaverei ging jahrhundertelang ohne Rassismus, zum Beispiel im Römischen Reich.

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


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    You say you want a revolution. Well, you know, we all want to change the world.

    But when you talk about destruction, don't you know that you can count me out? Don't you know it's gonna be all right?