Kleinkind abfüttern durch die Schwiegermutter

  • Das ist halt nicht immer praktikabel. Bei uns würde das zu regelmäßigen wachen 2 Stunden führen weil Kind nachts dann Hunger hat. Vor allem Abends braucht er beim Essen enge Begleitung, der ist da dann so übervoll vom Tag, der Papa ist frisch Zuhause, etc. Früher essen würde nichts bringen, da bekommt er dann Nachts auch Hunger.

    Ausserdem hört er auf zu Essen wenn er nicht mehr mag.

    “Stelle Dich an den Abgrund der Hölle
    Und tanze zur Musik der Sterne!”
    (Walter Moers)


    Du darfst sein, wer du bist, du darfst dich äußern und wir nehmen das ernst. Da ist immer beides: Wurzeln und Flügel, Bindung und Freiheit.

    (Herbert Renz-Polster)

  • es gibt ja noch Abstufungen zwischen "völlig das Sättigungsgefühl verlieren" und "nur dann essen, wenn es richtig gut schmeckt und man gerade zeit und muße zum essen hat".


    Spätestens in der Fremdbetreuung gibt es essen, wenn es essen gibt. Ich halte es schon für sinnvoll, wenn Kinder lernen, dass man auch essen kann, wenn man gerade was anderes vorhat.


    Ich finde, dein vorgehen rückt die Nahrungsaufnahme genauso in den Fokus der Aufmerksamkeit wie das deiner Schwiegermutter. Während sie zum essen überredet stellst du es frei, wann gegessen wird, musst aber dann zu jeder beliebigen Zeit mit essen bereit stehen, um zu helfen wenn der Heißhunger kommt.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von janos ()

  • rhcp ich verstehe das. dennoch sehe ich da ganz viele graue Töne.


    Wir haben Kobold eher die Sachen hingehalten als ihn zu futtern aber erlaubt am Tisch zu spielen, damit er während dessen auch mal aß (er war als Kleinkind fast untergewichtig und wahnsinnig wählerisch) das ist ja auch Ablenkung und dabei essen für mich. Sonst hätte er schlicht nix gegessen aber die ganze Nacht versucht zu stillen, ich ging eh aufm Zahnfleisch nach Jahren des schlafentzuges.


    Wie gesagt, wenn das Kind deutlich zeigt, nun bin ich fertig (vielleicht nicht unbedingt satt) und das wird akzeptiert, wäre es für mich ok.

    #sonneige Grüße von Fibula mit drei Juli-Männern #kerze #kerze #kerze #kerze
    Vorurteile sind menschenfreundlich. Sie passen sich dem Niveau ihrer Benutzer bedingungslos an.
    Ernst Ferstl

  • Ach, vielleicht hab ich einfach in dem Fall der TE so ein Problem damit, weil es nicht die Eltern sind, die das Kind so nebenbei füttern, sondern die Schwiegermutter und ich in dieser Generation noch so viele (sehr nette #zwinker, meine Oma zum Beispiel) Leute kenne, die wirklich unglaublich stolz sind, wenn alles aufgegessen wird #weissnicht.

    Liebe Grüße, Silke




    Es gibt Wunder, die verlieren auch in der Wiederholung nichts von ihrem Zauber.

  • Damit hast du völlig recht. Für meine Mama und Schwiegermutter war es auch völlig normal, dass die Babys und Kleinkinder gefuttert werden. Meine mutter fand es schwer auszuhalten, wie es aussah, nach dem der große selber aß :D Aufessen war aber hier tatsächlich nie der Punkt. Höchstwahrscheinlich deswegen bin ich da etwas entspannter.

    #sonneige Grüße von Fibula mit drei Juli-Männern #kerze #kerze #kerze #kerze
    Vorurteile sind menschenfreundlich. Sie passen sich dem Niveau ihrer Benutzer bedingungslos an.
    Ernst Ferstl

  • Wir haben ja zwei so Kinder, die angeblich satt vom Abendbrottisch aufstehen um eine halbe Stunde später "Hunger" zu schreien. Das nervt.


    Ich wäre dankbar, wenn wir irgendeinen Trick fänden sie am Tisch zu halten, damit sie nicht Halbsatz aufstehen um spielen zu gehen.


    Ich trickse manchmal mit Nachtisch (Melone aufschneiden, Joghurt mit Obstmus oder so...). Dann essen sie auch noch mal ordentlich und kommen nicht eine halbe Stunde später an.


    Also viel grau zwischen zum Essen zwingen und laufen lassen.

  • Ich finde es so wie du das beschreibst, nicht weiter schlimm. Er bekommt gesundes Essen, und darf aufhören, wenn er satt ist. Bei Oma sind manche Dinge anders als bei Mama, das ist auch völlig ok und schon für die Kleinsten gut unterscheidbar.

    Ich hätte mir gewünscht, dass meine Große, die immer sehr picky war und noch ist, schon früher gelernt hätte, sich mal bei einer gesunden Mahlzeit satt zu essen und dann auch mal für 2-3 Stunden nicht. Wir haben das immer so locker gehandhabt, und haben jetzt mit 13 Jahren immer noch das ständige Snacken und leider eben nicht vorwiegend gesunde Dinge. Es ist auch ok wie es ist, und unser Kind hat sich Fütterungsversuchen seitens der Oma durchaus sehr konsequent widersetzt, aber wenn es irgendwie funktioniert, finde ich es durchaus erstrebenswert, dass die Kinder lernen, vorwiegend bei den Mahlzeiten zu essen. Ich würde das nicht erzwingen - haben wir bei unseren Kindern auch nicht.

    Deine Beschreibung hört sich für mich akzeptabel an.

    lg martita

  • Hier wohnt seit etwas mehr als 2.5 Jahren ein kleiner Kobold der einfach keine Zeit hat um sich satt zu essen. Er snackt gern - aber das reicht ja lange nicht aus - 5 Cracker hier, zwei Apfelschnitze da, eine kleine Banane beim Einkauf - oder als Ausnahme ein heißbegehrtes Quetschie - ein zwei Gurkenstücke beim Spielen draußen - und dann hängt er durch! TOTAL - er steht völlig neben sich schreit, weint und ist fürchterlich wütend!


    Er darf auch beim Essen spielen, sich Pixis anschauen oder er unterhält sich auch sehr angeregt mit uns und hat Spaß beim Essen.


    Ich frage ihn auch ob er noch essen möchte - das kann er bejahen und wenn er nicht mehr möchte kommt auch " Ich bin satt" Darauf vertraue ich und es hat sich bewährt. Er isst auch immer öfter selbstständig dabei und ist dann "bei uns".


    Was ich kategorisch ablehne - Tablet, Handy und Fernsehen - gehen m.E. nach gar nicht, da die Kids (zumindest meine) derart abgelenkt sind, dass in der Tat jedwedes Gefühl verloren geht.


    Insofern ist das vielleicht nicht der optimale Weg - aber wenn Grenzen akzeptiert werden, er dabei merkt wann er satt ist und es auch Dich entspannter essen lässt, wieso nicht?

  • Ich finde die beschriebene Situation tatsächlich überhaupt nicht schlimm
    die Oma macht es halt anders.
    da sie nicht täglich da ist, würde ich Kind und Oma die Nähe lassen.

    Bei meinem ersten Kind hätte ich das vermutlich noch nicht geschrieben. Aber mittlerweile sehe ich die Vorteile des unkommentierten
    ich spare mir Einmischung für wirklich wichtiges auf.

    ****Glitzer mit der schnecke (05/06), dem bär (11/08 ), dem hulk (06/13) und findus (04/17) #love ****
    #rabe Für Raben gibt es bei gluecksrabe 5% Rabatt (gebt bei der Bestellung "rabenrabatt5" ein)

  • Damit hast du völlig recht. Für meine Mama und Schwiegermutter war es auch völlig normal, dass die Babys und Kleinkinder gefuttert werden. Meine mutter fand es schwer auszuhalten, wie es aussah, nach dem der große selber aß :D Aufessen war aber hier tatsächlich nie der Punkt. Höchstwahrscheinlich deswegen bin ich da etwas entspannter.

    Ich habe ja italienische und alemannische Verwandtschaft - und da eher das System von rhcp kennen gelernt. Furchtbar lieb gemeint, aber die Mama, die dem Kindchen auf dem Dreirad noch Pasta reinschiebt, hat mich sehr abgeschreckt...


    Das Verhalten der Oma finde ich jetzt nicht super-duper schlimm, würde aber bei gutem Verhältnis trotzdem mal mit ihr reden.

    Und ansonsten eher versuchen, die Mahlzeiten möglichst attraktiv gestalten als abzulenken - aber bei einem noch gestillten Kind auch nicht gerade in Panik verfallen, wenn es mal weniger isst. Ausserdem die Regel für "Kleinesser" (von meiner Elternberatungsstelle damals bekommen) immer mal wieder vor Augen halten: 2 Esslöffel sind eine Kleinkindmahlzeit. Eine kleine Kartoffel und zwei Karottensticks, zum Beispiel.


    Spielzeuge durften bei uns natürlich auch an den Tisch, einzige Regel war: nicht die anderen stören. Aber ein Extratellerchen für den Plüschhasen und Nachfragen, was der denn so mag war immer ziemlich lustig.


    Kraichgau : Snacking müssen wir auch extrem einschränken. Alles was länger als eine Stunde vor der Mahlzeit ist, geht, sonst nicht. Es wurde aber mit zubehmendem Alter besser!


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • ok, ich seh schon, ein breites Spektrum an Meinungen und alle machen Sinn. :-D

    Ich lass mir das mal alles durch den Kopf gehen. Grad bin ich auf dem Sprung aber danke euch allen schon mal und lass das geschriebene mal sacken...

  • Wir haben es genau so gemacht.

    Ein etremes wenig Esser Kind das sehr arg am Untergewicht kratzt und jedes Erbrechen direkt die Einweisung ins KH mit sich zog. (wir haben das nicht immer auch getan, aber es war sehr grenzwertig.) und wneig esser Kind nicht auf den Geschmack bezogen, er mochte immer gern alles mögliche, aber die Menge.

    Nachts 8-10 mal Füttern, weil das alleine Essen eben langweilig war.

    Wir haben dann tatsächlich begonnen, genau sowas zu tun.

    Essen während einer Beschäftigung (gern in der Badewanne) eben noch nen Häppchen in den Mund etc. Als Frühchen mit permanenter Eisenproblematik schlichtweg nicht anders machbar und leistbar für uns.

    Vor einigen Wochen ist endlich der Knoten geplatzt und er isst! Und das von allein und selber und gern.

    Dem Sättigungsgefühl hat das keinen Abbruch getan.

    Nur snackend hat bei uns einfach kein bisschen gereicht.

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz