Aussage einer Ärztin zum stillen ü12mon

  • Meine Tochter rief mich gerade ganz entrüstet an:

    Ihre Ärztin hat zu ihr gesagt „jetzt sollten sie mit dem stillen aufhören, mehr als 6-8 mon macht keinen Sinn. Und so kann er sich gleich mal dran gewöhnen das es Veränderungen gibt im Leben.


    und das wo ihr Sohn ( 13 mon) letzte Woche knapp 41* Fieber hatte und stillen das einige war was klappte.


    sie lässt sich nicht verunsichern ist lediglich schockiert welche Meinung die Ärztin verbreitet.

    Andere können da vielleicht nicht drüber stehen. Vielleicht suche ich mal Literatur raus die man der Ärztin mal vorlegen kann.

    Bisher dachte ich das es bis 1,5 Jahre noch relativ normal wäre, hat sich da was geändert?

  • Ich hab neulich mal in einem sozialen Netzwerk das Langzeitstillen verteidigt (da wurde über eine abgelästert, die das praktizierte). Und die Leute hielten mich für einen Troll. Waren Medizinstudenten drunter, sogar ein Sohn von einer Stillberaterin (IBCLC), der mir Literatur raussuchen wollte, warum das unnatürlich ist.

  • Oh, da geht mir die Hutschnur hoch. Gut dass deine Tochter sich davon nicht verunsichern lässt.


    War das die Ärztin deiner Tochter oder die Kinderärztin für ihren Sohn?

    Von Hausärzten habe ich sowas auch mal durchläuten hören, aber nicht so krass, sondern eher so "Wie, Sie stillen noch.. Äh.. na gut, wenn Sie UNBEDINGT wollen, suche ich Ihnen ein stillfreundliches Medikament heraus, oder Sie stillen einfach ab." #flop

  • Ich habe auch erst kürzlich aus dem Mund einer vermeindlichen Fachperson gehört, dass Stillen über 1 Jahr hinaus ja eigentlich überflüssig sei...


    Vielleicht hilft ja die WHO-Empfehlung zum Stillen?


    Zitat

    Die WHO empfiehlt ausschließliches Stillen in den ersten sechs Monaten und ab dann ein Weiterstillen mit geeigneter Beikost bis zu zwei Jahren und darüber hinaus, solange wie Mutter und Kind es möchten.


    Quelle: LaLecheLiga Deutschland e.V.


    Es gibt sicher auch bessere Quellenangaben. Aber die Aussage passt.


    Und so kann er sich gleich mal dran gewöhnen das es Veränderungen gibt im Leben.


    So ein Schmarrn!

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)


    #NazisRaus #BOohneRechts

  • Ist halt die Frage, was als "normal" definiert wird. Die durchschnittliche Stilldauer liegt ja in Deutschland glaube ich bei etwa sieben Monaten. Insofern ist 6-8 Monate dann normal.

    Ich persönlich hab auch immer auf die Richtlinie der WHO verwiesen, wenn jemand schräg geguckt hat. Unser Kinderarzt war da zum Glück total entspannt bzw. fand das glaube ich sogar ganz gut, dass auch über einem Jahr noch gestillt wurde. Aber sowas ist seltenes Glück.

    Am krassesten find ich in deiner Erzählung aber das Argument, dass er sich gleich mal an Veränderungen im Leben gewöhnen soll. Wie bekloppt ist das denn bitte?

  • mhhh... ist doch total normal.... dass Kinderärzte diesbezüglich keine Ahnung haben.

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • mein Sohn ist zwar "schon" 18 Monate, aber wir stillen trotzdem noch recht viel. Mir wird das zur Zeit auch von zog Leuten als komisch und unnatürlich und ungesund gelabelt. Zuletzt allrin in der vergangenen Woche waren es die Zahnärztin, die Vertretungskinderärztin, die Sportgruppenleiterin, eine Freundin von uns und meine Tante. Ein Ohr rein, ein Ohr raus, sich seinen Teil über die Leute denken..

    kLeiN- uNd GrOß-SchrEibUnG hat mein Handy gefressen...

  • spannend, wer sich da überhaupt alles ein Urteil erlaubt #warte


    Ich stimme dir absolut zu Reeza


    Bei mir sind es jetzt 3,5 Jahre. Da fragt dann niemand mehr #zwinker

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)


    #NazisRaus #BOohneRechts

  • Ja, so Meinungen begegnet man immer wieder. Stillen über das erste Lebensjahr hinaus ist immer noch sehr selten.


    Ich persönlich habe, wenn mir eine Diskussion wert war immer auf die Stillempfehlung der Who verwiesen. Es gibt viele Vorteile des Stillens über das erste Lebensjahr hinaus. Hier ist z.B. eine schöne Zusammenstellung:

    https://www.stillkinder.de/hae…agen-zum-langzeitstillen/


    Ich bin mittlerweile so, dass ich es teils absichtlich ins Gespräch einfliessen lassen, dass ich noch stille. Als ich mein Zweijähriges noch in der Öffentlichkeit gestillt habe, bin ich immer wieder von Müttern "hinter vorgehaltener Hand" angesprochen worden, dass sie ja auch lange gestillt hätten. Aber man sieht es in der Öffentlichkeit nicht. Je mehr wir offen damit umgehen, desto normaler wird es auch.


    Mir wurde übrigens von der Kinderärztin beim sechs Monate alten Baby geraten, nachts abzustillen, damit es durch schläft. Man muss sich immer wieder vor Augen führen, dass Kinderärztinnen (und auch Hebammen) von der Ausbildung her keine Stillexpertinnen sind. Es wird, wenn überhaupt, in wenigen Stunden abgehandelt.

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • Irgendwie deprimierend, dass sich das in den letzten 20 Jahren überhaupt nicht geändert hat.

    Xenia, ich glaube, es ändert sich. Aber langsam, sehr langsam. Und in Wellen, die mal in die eine oder andere Richtung ausschlagen. Und es ist sehr abhängig von der Gegend und dem konkreten Umfeld. Aber ich glaube schon, dass seit den Sechzigerjahren die Akzeptanz des Stillens langsam aber deutlich zugenommen hat.

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

  • Irgendwie deprimierend, dass sich das in den letzten 20 Jahren überhaupt nicht geändert hat.

    Xenia, ich glaube, es ändert sich. Aber langsam, sehr langsam. Und in Wellen, die mal in die eine oder andere Richtung ausschlagen. Und es ist sehr abhängig von der Gegend und dem konkreten Umfeld. Aber ich glaube schon, dass seit den Sechzigerjahren die Akzeptanz des Stillens langsam aber deutlich zugenommen hat.

    Die Akzeptanz des Stillens insgesamt, ja klar. In den ersten paar Monaten sind die gesundheitlichen Unterschiede ja auch wirklich krass und lassen sich auch in nicht ganz perfekten Studien problemlos abbilden.


    Aber die Akzeptanz des Langzeitstillens? Das hat sich in den 15 Jahren, in denen ich hier Diskussionen dazu lese, nullkommgarnicht verändert. Die einzelnen Mütter berichten immer, dass es in ihrem Umfeld langsam besser wird. Aber das liegt halt daran, dass sie selber älter und selbstsicherer werden und die Menge der Leute, die ihnen meint, blöd reinreden zu müssen, abnimmt.


    Eine positive Veränderung gibt es wohl beim Babytragen. Da sieht man halt auch Vorbilder, und kann das dumme Geschwätz von Pseudofachleuten leichter einordnen.


    Beim Sauberbleiben gibt es auch keine Fortschritte. Das war mal als Sensation in den Medien und zwei Pampers-Marketingkampagnen später ist es wieder vergessen.

  • Gerade für eine Kinderärztin halte ich das für eine sehr gefährliche Aussage, die ja konträr zur WHO Empfehlung steht und nein, die bezieht sich nicht nur auf Entwicklungsländer, wie so viele behaupten.


    Wer weiß, da lange gestillte Kinder seltener ernsthaft krank werden und Antibiotika brauchen, hat die Ärztin da vielleicht ein eigenes wirtschaftliches Interesse dran? Viele Kinderärzte werden ja auch von der Säuglingsindustrie gesponsert.


    Ich würde mir auf jeden Fall jemand anderen für meine Kinder suchen.

  • Doch es ändert sich :)

    Als meine Zweite klein war und ich sie in der Kita von der Großen stillte, kam eine andere Mama und erzählte, dass sie ihren großen 3 Jahre lang stillte.

    Ich sagte ihr, meine Große sei ebenfalls so lange gestillt, sogar noch ein halbes Jahr länger zum Einschlafen. Da hat sie mich herzlich umarmt und noch von 2 weiteren langzeitstillenden Mamas erzählt, die sie kenne.

    Sowas hatte ich, als Rabenforumleserin nie erwartet.

    Ich wurde ein einziges Mal in der Öffentlichkeit negativ angesprochen beim Stillen eines größeren Kindes. Ansonsten gab es eigentlich immer Zustimmung oder zumindest Duldung. (7 Jahre insgesamte Stillzeit)

    Liebe Grüße Luci


    mit der Motte 07/10 und und der Erbse 11/13

  • Die Leute sagen vielleicht nichts, aber sie lästern hintenrum. Was sich tatsächlich etabliert hat, ist das Stillen von kleinen Babys in der Öffentlichkeit. Wer das kritisiert, kriegt sofort aufs Dach.

  • ich habe gerade nach Zahlen geguckt und bin gerade etwas schockiert, dass die Stilldauer mit 4 Monaten bei nur 40% in Deutschland liegt. Länger als 6 Monate sind es sogar nur 12.5%. Die Zahlen war sogar in meinem Staat in den USA besser #eek Woher kommt das? Die meisten Frauen gehen doch 12-18 Monate in Elternzeit?

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.