Mal wieder eine Frage zum Thema Sprache.... mit Hörbeispielen

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Rabeneltern.org-Team
  • Ich dachte, wenn die Grammatik deutliche Veränderung erlebt "wenn se mir zum Verhör jerufen ham..." Hier also "wenn" statt "als" und "mir" statt "mich" ist es schon Dialekt

    Haha, so lustig, das sind genau die Fehler die ich immer mache. Dann sage ich doch ab jetzt, "das ist Brandenburgisch!" #cool

    Flämische Belgierin in Berlin (und Deutsch-Tipps sind immer noch willkommen :)).

  • Ich dachte, wenn die Grammatik deutliche Veränderung erlebt "wenn se mir zum Verhör jerufen ham..." Hier also "wenn" statt "als" und "mir" statt "mich" ist es schon Dialekt

    Haha, so lustig, das sind genau die Fehler die ich immer mache. Dann sage ich doch ab jetzt, "das ist Brandenburgisch!" #cool

    Gerade in der Ecke des Hörbeispiels (Niederer Fläming) mischen sich ja die Einflüsse der sorbischen Ursprungssprache, der Einwanderer aus Flamen und halt natürlich Deutsch. Es gibt auch Fläminger Platt, das sprechen aber nur noch ganz, ganz wenige, während im Fläming bis auf einige Ortsnamen nichts mehr von der wendischen/sorbischen Vergangenheit zeugt.

    Murmel 12/05 Murmelini 12/07


    Es gibt eben so wenig hundertprozentige Wahrheit wie hundertprozentigen Alkohol. (Sigmund Freud)


    262 Beiträge im alten Forum – war ich so stolz drauf, deswegen steht's jetzt hier. #baden

  • Ich dachte, wenn die Grammatik deutliche Veränderung erlebt "wenn se mir zum Verhör jerufen ham..." Hier also "wenn" statt "als" und "mir" statt "mich" ist es schon Dialekt

    Haha, so lustig, das sind genau die Fehler die ich immer mache. Dann sage ich doch ab jetzt, "das ist Brandenburgisch!" #cool

    Gerade in der Ecke des Hörbeispiels (Niederer Fläming) mischen sich ja die Einflüsse der sorbischen Ursprungssprache, der Einwanderer aus Flamen und halt natürlich Deutsch. Es gibt auch Fläminger Platt, das sprechen aber nur noch ganz, ganz wenige, während im Fläming bis auf einige Ortsnamen nichts mehr von der wendischen/sorbischen Vergangenheit zeugt.

    Ach stimmt, es gab hier ja Landsleute! Fläminger Platt, wie toll! Jetzt habe ich Lust, mal zu suchen, ob das irgendwo noch gesprochen wird und ob die noch andere Flämische Sachen (Essen, Traditionen?) mitgenommen haben #schreiben . Und ob ich die vielleicht besuchen kann :D .

    Flämische Belgierin in Berlin (und Deutsch-Tipps sind immer noch willkommen :)).

  • Ach stimmt, es gab hier ja Landsleute! Fläminger Platt, wie toll! Jetzt habe ich Lust, mal zu suchen, ob das irgendwo noch gesprochen wird und ob die noch andere Flämische Sachen (Essen, Traditionen?) mitgenommen haben #schreiben . Und ob ich die vielleicht besuchen kann :D .

    Ich wohne seit einem Jahr nicht mehr dort - was ich jetzt gerade schade finde (sonst aber bin ich sehr gern jetzt hier, wo ich nun lebe), aber von Berlin aus auf jeden Fall schöne Tagestouren möglich.

    Klemmkuchen habe ich dort kennengelernt habe, sehr lecker.

    Murmel 12/05 Murmelini 12/07


    Es gibt eben so wenig hundertprozentige Wahrheit wie hundertprozentigen Alkohol. (Sigmund Freud)


    262 Beiträge im alten Forum – war ich so stolz drauf, deswegen steht's jetzt hier. #baden

  • Für meine Ohren klingt das eher als falsches Deutsch.

    #freu


    Das würde ich korrigieren...


    Und "Stöcker" kenne ich auch aus Westfalen. Völlig normal. :)


    Talpa Plattdeutsch ist offiziell kein Dialekt, sondern eine eigene Sprache.


    Das mit dem Fläminger Platt finde ich ja spannend.


    In der Nähe meiner alten Heimat gibt es eine Sprachinsel: Saterfriesisch.

    Nona mit großer (03) und und kleiner (05) Tochter und kleinem Sohn (2008 )

  • Ich mag Dialekte und regionale Färbungen, ich höre total gerne was von der Geschichte der Menschen.

    Ich bin da ganz bei Talpa!


    Leider werden in Deutschland einige/viele Dialekte ganz oft mit "weniger intelligent" und/oder "nicht gebildet" gleichgesetzt, was ich mittlerweile unglaublich arrogant und herablassend finde. Und genau wegen solcher Kommentare habe ich während meines Studiums peinlich genau darauf geachtet, korrektes Hochdeutsch zu sprechen und so gut es geht jede Dialektfärbung zu vermeiden. Weil ich mich dafür geschämt habe - was mich heute richtig ärgert, wenn ich darüber nachdenke. Hey, wenn es um ein Thema geht, dass ganz tief aus meinem Herzen kommt oder das ganz starke Gefühle hervorruft, dann kann ich das am allerbesten in meinem Dialekt ausdrücken. (Ich kann es auch auf Hochdeutsch und ich passe mich meinem Gegenüber an, nicht, dass das jetzt völlig falsch rüberkommt :).)

    Liebe Grüße, Silke




    Es gibt Wunder, die verlieren auch in der Wiederholung nichts von ihrem Zauber.

  • Hallo,


    "Stöcker" hab ich erst hier im Forum kennengelernt und dachte damals, es wäre ein Verschreiber. So was fällt mir auf und klingt/liest sich für mich "falsch".


    Andere Sachen eher nicht, im Hörbeispiel musste ich mehrmals hinhören, um, zu verstehen, was gemeint ist. Vielleicht, weil in meiner Kindheit, viele Kinderfilmen so ähnlich gesprochen wurde?


    Ich finde es übrigens oft schwer zu unterscheiden, was wirklich Dialekt ist und was ... andere Gründe hat, keine Ahnung, wie sich das dann nennt.


    Hier sagen manche Leute "Bei die/bei de" . Bsp: "Geht ihr heute bei de Entchen?" bzw. eigentlich "Gehder heide beide Entchn?") . Ist das nun tatsächlich Daialekt - oder schlicht falsch? Der Kartoffel, die/de Bach, frühs ... "Mir spieln nachords mim Garl an de Bach, Muddie" "Ar zum Ahmbrohd seider widder da, mir essen heud ä bissl zeidchor!"


    So spricht eigentlich kaum noch jemand, aber einzelne Formulierungen schleichen sich schon hier und da rein.


    Wie gesagt, das was im Film gesprochen wird, klingt für mich nicht "falsch" und irgendwie vertraut, so wurde in den DDR-Filmen oft gesprochen und für mich war es damals als Kind ganz allgemein "berlienerisch" .


    Für meine Ohren klingt das eher als falsches Deutsch.


    Ich würde z.B. in dem Satz sagen: "Wie" und nicht "als". NB oder "klingt das nach schlechtem Deutsch". Oder einfach nur "für mich klingt das falsch". Aber "als" an der Stelle kling tatsächlich "falsch"

    #angst

  • Ich mag Dialekte und regionale Färbungen, ich höre total gerne was von der Geschichte der Menschen.

    Ich bin da ganz bei Talpa!


    Leider werden in Deutschland einige/viele Dialekte ganz oft mit "weniger intelligent" und/oder "nicht gebildet" gleichgesetzt, was ich mittlerweile unglaublich arrogant und herablassend finde. Und genau wegen solcher Kommentare habe ich während meines Studiums peinlich genau darauf geachtet, korrektes Hochdeutsch zu sprechen und so gut es geht jede Dialektfärbung zu vermeiden. Weil ich mich dafür geschämt habe - was mich heute richtig ärgert, wenn ich darüber nachdenke. Hey, wenn es um ein Thema geht, dass ganz tief aus meinem Herzen kommt oder das ganz starke Gefühle hervorruft, dann kann ich das am allerbesten in meinem Dialekt ausdrücken. (Ich kann es auch auf Hochdeutsch und ich passe mich meinem Gegenüber an, nicht, dass das jetzt völlig falsch rüberkommt :).)

    Ich hatte früher immer das Gefühl, dass in dieser Wahrnehmung ein Nord-Süd-Gefälle vorhanden ist. Ich bin in Köln und der Umgebung aufgewachsen, und rheinische Anklänge in der Alltagssprache galten im "gebildeteren" Umfeld als "einfach" und daher als zu vermeiden, wenn man offiziell oder im akademischen Umfeld kommuniziert.


    Durch die Pfadfinder haben wir viele andere Stämme aus ganz Deutschland kennengelernt, und so ab der Pfalz und weiter südwärts haben auch die Jugendlichen immer in Dialekt kommuniziert. In unserer Gruppe führte das dazu, dass wir uns mehr auf das Rheinische/Eiflerische besannen und es vor den Pfälzern oder Franken tatsächlich mehr benutzten als untereinander.


    Eine Freundin von mir wurde vom NC fürs Medizinstudium von Ostwestfalen ins Saarland geschickt, und sie weigerte sich die ganze Zeit, das Saarländische zu" verstehen", so dass ihr Freundeskreis ikn ihrer Gegenwart immer hochdeutsch sprach. Ich fand das ziemlich schade. Wenn ich im Saarland bin, finde ich es total faszinierend, wie Leute innerhalb von Sekundenbruchteilen vom Dialekt ins Hochdeutsche wechseln, wenn sie merken, dass das Gegenüber nichts versteht. #herzen


    Was mir aber mal richtig peinlich war: als ich recht frisch mit meinem Y zusammen war, trafen wir seine Mutter, im nördlichen RLP, Koblenzer Gegend, aufgewachsen, und meine Kinder, damals noch im Grundschulalter, korrigierten die jedes Mal streng "ALS!", wenn sie etwas sagte wie "Das Wetter ist heute schöner wie gestern." Im Regiolekt völlig korrekt, und mir wäre es nicht im Traum eingefallen, da was zu sagen...#angst

  • Das Nord-Süd-Gefälle rutscht in meiner Wahrnehmung etwas runter...

    Während mein Mann und seine Freunde noch völlig dialektig unterwegs waren (und sind), sprechen die Kinder im selben Dorf nur noch regional eingefärbt. Die Eltern sprechen dann mit mir Dialekt, drehen sich zum Kind und sagen etwas auf Hochdeutsch (oder was sie dafür halten). Was habe ich mit meinen Schwiegereltern geschimpft, dass sie mit meinen Kindern Dialekt reden und nicht dieses seltsame Kinder-Hochdeutsch!


    Ich fände es extrem schade, wenn meine Kinder die Muttersprache ihrer Grosselterm nicht verstehen würden.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Das, was wir da gehört haben war alles Andere als weich. "Ei verbibsch numol" (oder wie man das schreibt) war der am häufigsten gehörte Satz. Wo spricht man den üblicherweise?

    Inzwischen gefühlt nirgends mehr. ;) Also ich kann das sagen, auch wenn ich wie buntgrün offiziell Thüringerin bin, aber so wirklich verwendet wird das nicht mehr.

    Und dort, wo ich Dich verorte, erscheint Sächsisch wahrscheinlich wirklich als harte Sprache bzw mein Mann, seines Zeichens Franke, pflegt immer zu sagen, sächsisch klingt als wäre das Unterkiefer gelähmt, im fränkischen wäre alles schön weich, da gibt's kein p, t oder k...

  • Preschoolmum : Nee nee, dem Leslie (weiblich) sein ...

  • Das, was wir da gehört haben war alles Andere als weich. "Ei verbibsch numol" (oder wie man das schreibt) war der am häufigsten gehörte Satz. Wo spricht man den üblicherweise?

    Inzwischen gefühlt nirgends mehr. ;) Also ich kann das sagen, auch wenn ich wie buntgrün offiziell Thüringerin bin, aber so wirklich verwendet wird das nicht mehr.

    Und dort, wo ich Dich verorte, erscheint Sächsisch wahrscheinlich wirklich als harte Sprache bzw mein Mann, seines Zeichens Franke, pflegt immer zu sagen, sächsisch klingt als wäre das Unterkiefer gelähmt, im fränkischen wäre alles schön weich, da gibt's kein p, t oder k...

    Das kann gut möglich sein

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Datt Leslie sinn Jacke ;) wärs hier (wobei ich das kaum höre, alle sprechen Hochdeutsch mit regionaler Sprachmelodie und maximal ein paar einzelnen Dialekt-Worten). Wo wohne ich? :)

  • kiddo ich würd Kölle oder ne andere Großstadt im Pott tippen



    Hier heißt es "dit iss Leslie ihre Jacke"

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."

  • Ohoh, Leslie, Nahe Köln stimmt zwar (Düsseldorf), aber Du kannst das Rheinland doch nicht in den Pott packen #eek#freu

  • Spannende Diskussion! :)


    Aber, was mich ja außerdem noch interessiert: @Leslie, aus welchem Grund hast du dir denn dieses Video eigentlich angeschaut?

    Ich habe eine Vorliebe für Kriminalfälle #schäm#pfeif sowohl fiktional als auch real.


    Ich schaue gerne Crime Serien, aber auch solche dokus. Und ich schaue auch Vorträge von kriminalpsychologen

    "Immer die Wahrheit zu sagen, wird nicht viele Freunde einbringen, jedoch die Richtigen."