Arbeitgeber verlangt FFP2 durchgängig - Arbeitsschutz?

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  • Liebe Raben,


    meine Schwester hat vor kurzem die Arbeit gewechselt und der neue Arbeitgeber hat ihr im Rahmen der Einarbeitung gesagt, dass bei ihnen FFP2-Pflicht am Arbeitsplatz herrscht (medizinischer Bereich mit Patientenkontakt, aber nicht mit akut Kranken). Als sie nachgefragt hat, wie die Pausen eingehalten werden (mein Wissensstand ist immer noch, dass man nach 75 Min FFP2 arbeitschutztechnisch eine Pause von 30 Min mit MNS oder ohne Maske einhalten muss), wurde ihr gesagt, das werde hier nicht so gemacht, die FFP2 müsse durchgängig getragen werden zum Eigenschutz, es gebe keine Regel dazu, und sie könne ja zwischendurch mal kurz Kaffee trinken oder die Maske kurz draussen lüften, wenn sie mal frische Luft braucht.


    Mir scheint das arbeitsschutztechnisch nicht ganz legal.

    Kennt sich jemand damit aus?

    When you’re a kid, they tell you it’s all… Grow up, get a job, get
    married, get a house, have a kid, and that’s it. But the truth is, the
    world is so much stranger than that. It’s so much darker. And so much
    madder. And so much better.

  • Ich muss zugeben, der Punkt mit diesen Atempausen erschliesst sich mir nicht - und ich kenne diese Diskussion auch nur aus Deutschland.

    Ich weiss, dass es einige Berufsfelder gibt, die bereits "immer" FFP2-Masken trugen und da weiss ich nichts von vorgeschrienenen Atempausen. Aber, anderes Arbeitsrecht, da Schweiz.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • In den Kliniken wird hier auch seit längerem mit ffp2 gearbeitet. Die ganze Schicht hindurch, wie soll das auch anders gehen.


    Alle 75 min 30 min Pause #freu#freu#freu


    Mag sein, dass es das theoretisch gibt, praktisch ist das vielerorts völlig utopisch.

  • Hier gibt es auch durchgehend FFP2-Pflicht. Ich mache sie ab und zu ab, wenn ich doch mal draußen bin oder allein im Zimmer und lüfte. Oder in der Mittagspause. Manchmal vergesse ich es aber sogar, auch wenn ich eigentlich könnte. Diese Zeiten, wie oben genannt, kann ich nicht einhalten. Das kann wohl niemand, der im Klinikkontext arbeitet. Ich sehe aber die Notwendigkeit des Tragens und habe mich inzwischen auch gut dran gewöhnt.

    Grüße von Qu 57.gif



    „Power to the peaceful“

  • Ich könnte mir vorstellen, dass das vom Arbeitzschutz her tatsächlich nicht ganz unkritisch ist, da es eben keine eigenen Grenzwerte für FFP Masken gibt. Ob es deswegen aber wirklich schadet, ist ja eine andere Sache. Man gewöhnt sich in jedem Fall daran.

    Mein Arbeitgeber hat sich ein wenig drumherumgedrückt und Vorschläge gemacht, in welchen Bereichen man die FFP Maske absetzen und die OP Maske aufsetzen könnte. Das ist aber ein theoretisches Konstrukt und allen ist klar, dass die FFP Maske, vor allem aus Eigenschutz, immer getragen werden muss. Denn es gibt einfach keinen Bereich, in dem man längerfristig alleine wäre.

    Es ist also im Moment absolut üblich die FFP Maske den ganzen Tag mit nur kurzen Pausen zum essen und trinken zu tragen.

    LG Miriam mit 2 Jungs (2004 und 2006)

  • Ich fürchte, der Arbeitsschutz ist momentan nicht relevant.

    Selbst mein 16jähriger muss in seinem Schülerjob im Pflegeheim die FFP2-Maske 4 Stunden am Stück tragen, es geht halt nun mal nicht anders und das mit den Pausen ist utopisch.

    Für ihn ist es gar kein Problem, er wäre nicht mal auf die Idee gekommen, nur ich hab mir anfangs Gedanken gemacht. Bin dann aber zu dem Schluss gekommen, dass es tatsächlich gar nicht anders machbar ist und ihm offensichtlich wirklich nichts ausmacht.

  • Da gab es heute eine Meldung bei ntv:


    Im Streit um Maskenpausen auf einer Intensivstation mit Corona-Patienten hat es beim Arbeitsgericht Herne keine gütliche Einigung gegeben. Einen Vergleichsvorschlag des Gerichts nahm der Anwalt des beklagten Krankenhauses nicht an, sondern gab ihn zur Prüfung an das Krankenhaus weiter. Kommt es weiter nicht zu einer Einigung, steht Anfang Mai eine ordentliche Arbeitsgerichtsverhandlung an. Die 47-jährige Klägerin, die auf der Intensivstation als Krankenschwester arbeitete, hatte Masken- und Trinkpausen alle 75 Minuten verlangt. Das Krankenhaus in Recklinghausen bietet auf Intensivstationen alle 120 Minuten eine Maskenpause und hatte eine Verkürzung abgelehnt.

  • Sagen wir es mal so: es geht um den Schutz der Gesundheit.

    Zur Zeit bietet Maske auflassen einen höheren Gesundheitsschutz als Maske ab (zumindest solange es keine aerosolfreien Räume zur alleinigen maskenfreien Nutzung gibt).


    Das Flüssigkeitsmanagement muss man sicherlich optimieren, weil man halt nicht jede viertelstunde einen Schluck aus der Pulle nehmen kann. Gibts halt Druckbetankung vor und nach dem Dienst.

  • Ich glaube, das ist ein sehr theoretisches Konstrukt.

    Selbst die Erstklässler bei uns, die FFP2 tragen, ziehen die nur kurz zum Essen und trinken runter und tragen die sonst durchgängig von 8 - 16 Uhr.

    ... wartet auf: Impfung - Chip - Morgellon-Entwurmung.

  • die.lumme: um welche Gesundheitsgefahr geht denn konkret beim Auslassen der Pausen?

    Bei uns wurden mit großer Geste ffp2-Masken verteilt und für das Tragen geworben. Nachdem der Arbeitsschutz die o.g. Pausen rumgeschickt hatte, hies es nur, dass dies eine persönliche Entscheidung sei, ob man ffp2 nutzt oder nicht.

  • Wir tragen auch dauerhaft ffp2, die gesamte Schicht über (Intensivstation), in der Pause nur zum essen runter. Oder mit Pech auch gar keine Pause.

    Beim Versorgen von CoVid Patienten dann durchgängig ffp3.

    Alle 120 Min Pause ist - zumindest bei uns - völlig illusorisch...

    Am Ende wird alles gut, und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht zu Ende.





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  • Mein trägt, falls er rein muss ebenfalls durchgängig FFP2, vom Arbeitgeber gestellt. Pausen macht dort niemand. Meine Zahnärztin und ihre Angestellten tragen die schon seit Monaten durchgehend. #weissnicht

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.

  • Lina2 ursprünglich sind die Masken ja gemacht, um Leute vor Stäuben, auch sehr feinen und damit besonders gefährlichen Stäuben, zu schützen.

    Normalerweise entstehen Stäube beim Arbeiten unter höherer körperlicher Belastung (Umschütten von Pulvern/Granulaten, Abschleifen von Flächen, Stemmarbeiten...).

    Da man durch die Masken einen erhöhten Atemwiderstand hat, ist man einfach schneller erschöpft.

    Macht in meinem Job m.E. nichts aus, ich stehe und laufe zwar den ganzen Tag, gerne auch 10 Stunden, mit einer Stunde Mittagspause, aber letztendlich komme ich nicht ins Schwitzen.

    Das sieht bei Pflegekräften sicher ganz anders aus, aber die stehen vor der wirklich unethischen Frage: wer leidet mehr? Die nicht versorgte Patient:in oder sie selbst, wenn sie jetzt nicht mal einrn Schluck trinkt?

    Die Bauarbeiter:in legt einfach den Presslufthammer hin und macht später weiter.


    Wer im Büro sitzt und sich beklagt, weil die Maskenpausen nicht wie von der BG empfohlen möglich sind, der möge sich damit auseinander setzen, dass nichtmal Intensivpflegekräfte auf Corona-Stationen ihre eigene Infektion als Berufskrankheit anerkannt bekommen.

    So schallt es zumindest aus den sozialen Medien.


    Nicht jammern, sondern Arschbacken zusammen, Maske auf und durchziehen!

  • Danke für deine Antwort.

    Dass ist schlimm, wenn es nicht als Berufskrankheit anerkannt wird.


    Also kann die Lunge - auch bei Kindern - nicht geschädigt werden durch dauerhaftes FFP2 tragen?


    Übertreiben der Arbeitsschutz und das RKI dann so?

  • Also kann die Lunge - auch bei Kindern - nicht geschädigt werden durch dauerhaftes FFP2 tragen?


    Ich bin mir sehr sicher, dass man merken würde, wenn man zu wenig Sauerstoff aufnimmt - und dann eine Pause machen kann. Tests zeigen ja: Die Sauerstoffsättigung leidet nicht unter FFP-Masken.

    Und die Lunge leidet nicht - warum sollte sie? Es wird bloß der Atemwiderstand leicht erhöht - sonst passiert nichts.

    Zwar kann das Atmen etwas anstrengender werden, aber wie jede neue Anstrengung: Man gewöhnt sich daran.

    Wenn man plötzlich ein Stockwerk höher zieht, sind die zusätzlichen Stufen zu Anfang auch anstrengender. Nach ein paar Tagen merkt man kaum noch einen Unterschied. So ging es mir mit den Masken auch.


    Mein Kind findet nicht mal, dass es damit schwerer atmet und bevorzugt FFP2-Masken. Die sind nämlich etwas weicher und kratzen weniger am Rand als die OP-Masken. Es kann jederzeit zu einer OP-Maske wechseln, bleibt aber konsequent bei den FFP, auch beim Sport.

    ... wartet auf: Impfung - Chip - Morgellon-Entwurmung.

  • Ich glaube, das ist ein sehr theoretisches Konstrukt.

    Selbst die Erstklässler bei uns, die FFP2 tragen, ziehen die nur kurz zum Essen und trinken runter und tragen die sonst durchgängig von 8 - 16 Uhr.

    Tragen bei Euch echt Erstklässler FFP2? Hier in Bayern sind die nur für Schüler ab 15 Jahren vorsichtig angeraten - aber rein freiwillig.

  • Spannendes Thema, hier sollen die Schüler erst ab 14 FFP2 tragen.


    Ich als Schwangere muss in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen keine tragen. Ich tu es aber trotzdem, ist ja nicht lange.


    Im Arbeitssetting ist es mir sogar als Schwangere verboten und ich muss deshalb ab nächster Woche bis zum Mutterschutz freigestellt werden.