Spielplatz - Knigge für Neulinge

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  • Liebe Raben,


    angeregt durch einen anderen Thread, würde ich hier gerne ein bisschen Sammeln und Austauschen. So was wie eine Do/Don't Liste für Spielplatzneulinge. Mir geht es dabei um den sozialen Aspekt und die Interaktion mit anderen/fremden Kindern und deren Eltern.


    Zum Beispiel:
    Was mache ich wenn das Spielzeug ohne zu fragen entführt wird?
    Kann ich anderen (fremden) Kindern etwas vom Essen abgeben, wenn sie danach fragen? Bzw. es anbieten, wenn sie es hartnäckig anstarren?
    Soll ich mich für mein Kind entschuldigen, wenn es das selber noch nicht kann?
    Bin ich für andere (fremde) Kinder auch verantwortlich, z.B., wenn ich sehe, dass es sich gleich verletzen könnte?
    Oder anders herum - kann ich mein Kind auch mal aus den Augen lassen, um mich zu unterhalten - irgendwer wird schon gucken?
    Sollte ich ein Gespräch mit dem Eltern(teil) anfangen, wenn ein anderes Kind mit meinem länger spielt?


    Ich bin da meist sehr hilflos und froh, wenn wir in Ruhe gelassen werden #schäm
    Hier gibt es doch bestimmt noch mehr Spielplatzneulinge - ihr dürft natürlich munter mitmischen ;) .
    Und an die "alten Hasen": Wie macht man es denn nun? Wie reagiert ihr? Bzw. wie würdet ihr euch wünschen, dass andere reagieren/handeln? Was ärgert euch?


    Ich bin gespannt...

  • Wenn mich und meine kinder keiner kennt, der spielplatz groß und unübersichtlich und voll ist, dann darf keiner unser spielzeug anfassen oder zumindest nicht wegtragen. Dann erwarte ich auch überhaupt nicht, dass wer mit auf mein kind aufpasst und sage bei um essen bitten eher sofort nein.


    Ganz anders ist es, wenn es ein kleiner überschaubarer spielplatz ist, bei dem sofort klar ist, welches kind zu welchen eltern gehört. Da kann auch ein fremdes kind mal laufrad probieren oder die buddelsachen bissel mitnehmen/streuen. Da kann man auch mal fragen wegen essen (wobei ich das eher nicht mag, wenn meine kinder wo anders viel essen, kosten ist ok). Und da erwarte ich eher, das jemand mal den eltern bescheid gibt, wenn ein kind weint/sich verletzt.

  • Mietzekatze, Dankeeeeeee!! #kuss
    Sowas brauch ich... Und ich hab gleich eine Frage.


    - Ich sitze mit Baby auf dem Spielplatz. Es gibt vier Schaukeln, eine davon so ne Babyschaukel, mit Sitz zum Reinsetzen, der Rest normal. Ein größeres Kleinkind wird von seiner Mutter in der Babyschaukel geschaukelt. Ausdauernd. Sehr ausdauernd. Die anderen sind frei, das Kind könnte m.E. schon auf die normale, ich bin da aber nicht ganz sicher. Ich stehe irgendwann daneben mit Baby, um Interesse an der Schaukel zu signalisieren. Es wird weitergeschaukelt, Blickkontakt wird vermieden.
    Was macht man da? Ich bin echt eh schon Sozialdau, aber Mütter, die schon nonverbal die Krallen ausfahren wenn man ihrem Sonnenschein was will, die machen mir wirklich Angst. Ich hab mich ganz ehrlich nicht getraut zu fragen... Tipps, anybody? :/

  • Bei @quark würde ich unterschreiben.


    Und als Ergänzung: darauf verlassen, dass jemand nach meinem Kind schaut, würde ich mich nur, wenn ich explizit drum gebeten habe und die Person kenne. Andererseits muss man ja je nach Alter und Spielgerät auch nicht permanent wachsam sein.


    Das mit dem Entschuldigen käme auf die Situation an. Generell bin ich gegen erzwungene Entschuldigungen und daher habe ich mich auch eher nicht anstelle meiner Kinder entschuldigt. Aber gerade mein Kleiner war von sich aus immer recht schnell damit, "Schuggelung" zu sagen.


    @luxa-rosenburg meine Kinder waren nicht so scharf auf die Schaukeln. Aber einmal hatten wir eine Situation, in der wir freundlich gebeten wurden, die Schaukel freizugeben. Das haben wir dann auch gemacht, soll ja jedes Kind mal drankommen. Unnahbare Leute ansprechen ist natürlich ein Thema für sich ... Ab welchem Alter die normale Schaukel geht ist sehr unterschiedlich. Meine hatten zum Beispiel beide noch mit Drei oder so die Angewohnheit, einfach loszulassen, wenn sie keine Lust mehr hatten. Das war auf der normalen Schaukel schon schwierig, sie dann rechtzeitig aufzufangen.

    Sage es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich tun, und ich werde es verstehen.


    Konfuzius

  • Zum Sandspielzeug: auf alle Teile den Namen oder Initialen schreiben (Edding). Bei uns kam es öfter vor ,dass Sachen nicht mehr eindeutig zu zuordnen waren (haben wir jetzt drei Sandförmen oder vier mitgebracht, ist das unsere rote Schaufel oder liegt sie zu Hause?).

  • Also hier wird das Spielzeug auch munter von anderen Kindern bespielt, wobei ich das Fefühl habe, dass es normal ist, Sandspielzeug zu teilen, bei anderem wie Laufräder, Puppenwagen und auch Bällen wird vorher gefragt. Beim Sandspielzeug geht hier definitiv einiges verloren, aber irgendwie kommt neues dazu und ich frag mich oft, wie. #confused
    Essen dürfen andere Kinder gern, aber eher auch nur kosten mit Ausnahmen. Vorher lass ich die Kinder aber immer Mama oder Papa fragen und sage, dass ich sage sie dürfen, aber eben nur mit dem Einverständnis der Eltern. Manchmal frag ich auch selbst.
    #netirabe Das war eine

  • Hallo,


    Zum Beispiel:
    Was mache ich wenn das Spielzeug ohne zu fragen entführt wird?


    Im Blick behalten und irgendwann wieder einsammeln. Oder wenn es etwas wertvolleres ist, zurückerbitten.



    Zitat

    Kann ich anderen (fremden) Kindern etwas vom Essen abgeben, wenn sie danach fragen? Bzw. es anbieten, wenn sie es hartnäckig anstarren


    Aus meiner Sicht: Bitte nicht. Zumindest nicht, ohne vorher einen dazugehörenden Erwachsenen verbal oder nonverbal zu fragen.


    Mein Kind hätte dich vielleicht sogar noch mal zurückgefragt: "Darf ich das wirklich essen?" und du hättest vielleicht geantwortet: "Natürlich".
    Du hättest aber nicht gewusst, daß mein Kind fragt, weil es hochgradig allergisch auf viele Lebensmittel reagiert, das hätte es im Kleinkindalter noch nicht erklären können.


    Selbst wenn es aktiv nachgefragt hätte, ich denke, es wäre ihm so bis 2 oder 3 nicht unbedingt bewusst gewesen gehabt, daß wir Kekse dabei haben, die es essen kann, daß das aber eben nicht für alle Kekse gilt.




    Zitat

    Soll ich mich für mein Kind entschuldigen, wenn es das selber noch nicht kann?


    Entschuldigen nur, wenn dein Kind wirklich im vollen Bewusstsein einem anderen Kind einen Schaden getan hat (dürfte mMn bis in die Grundschulzeit hinein eher selten der Fall sein) und es ihm nun wirklich leid tut.


    Ansonsten würde ich eher Formulierungen verwenden wie "Das war nicht schön für dich, stimmt´s? (das wolltest du nicht, hat dich geärgert... Das lernt XY noch!"
    Also klar machen, daß du siehst, daß das was dein Kind gemacht hat für das andere nicht in Ordngung war, aber auch das Vertrauen aussprechen, daß dein Kind das noch lernen wird.



    Wenn eins weint, das weinende trösten ohne das andere zu beschuldigen (egal welches von beiden weint)


    schon gucken?


    Zitat

    Bin ich für andere (fremde) Kinder auch verantwortlich, z.B., wenn ich sehe, dass es sich gleich verletzen könnte?
    Oder anders herum - kann ich mein Kind auch mal aus den Augen lassen, um mich zu unterhalten - irgendwer wird


    Ersteres ja, zweiteres nein.


    Ich würde kein fremdes Kind irgendwo runterpflücken, nur weil es eventuell gefährlich werden KÖNNTE, mich aber vermutlich schon in die Nähe stellen, um ggf. zugreifen zu können. In Akutsituationen würde ich eingreifen, z.B. als letztens ein Kleinkind mit Zigarettenstummeln gespielt hat und die Mutter es nicht merkte, weil sie mit dem anderen Kind beschäftigt war. Da habe ich zugegriffen, ehe der Stummel im Mund verschwand, auch wenn das Kind das ziemlich doof von mir fand.


    Andersrum würde ich aber ohne Absprache nicht erwarten, daß andere auf die Sicherheit meines Kindes achten. Sie kennen mein Kind nicht und haben vermutlich mit den eignen genug zu tun.
    Absprachen sind OK, z.B. wenn eine Mutter mit Kindern da ist, die ähnlich alt sind wie meine, wäre ein "Ich geh mit den beiden Großen mal zur Schaukel rüber, hast du/haben sie dafür meinen Zwerg hier im Sandkasten mit im Blick? " für mich völlig OK.





    Zitat


    Sollte ich ein Gespräch mit dem Eltern(teil) anfangen, wenn ein anderes Kind mit meinem länger spielt?


    Ich glaube, da gibt es keine Regel. Wenn dir der/die andere sympathisch ist und an einem Gespräch interessiert scheint - warum nicht? Ansonsten besteht mMn keine Quatsch-Pflicht, nur weil die Kinder sich seit 4 3/4 Minuten gut verstehen.
    Trifft man sich öfter,w wird sich das von allein ergeben - oder auch nicht.

  • Zu den anderen Fragen - hier sind die Spielplätze häufig rappelvoll - das eigene Kind habe ich selbst im Blick, auf fremde Kinder passe ich eher nicht auf, da ich selbst vorsichtig veranlagt bin, das kann kollidieren mit anderen Elternvorstellungen. Essen biete ich nicht an, das Kind könnte eine Allergie haben oder soll xy nicht essen. Spielzeug kann, wenn das eigene Kind einverstanden ist, am Platz genutzt werden. Bestimmt gibt es regionale Unterschiede #augen


    Ich hatte, als Lino noch kleiner war, die selbe Situation mit der Babyschaukel und habe für ihn gefragt. Die Antwort vom Vater war: "Gut, dass sie jetzt da sind, die Kleine schaukelt nämlich schon eine Stunde! " Dann erklärte er seiner Tochter, dass der Junge jetzt dran sei und ging mit ihr erleichtert vom Platz.

  • Danke, Mietzekatze! Wollte auch schon so einen Thread anfangen. Ist ja gar nicht so einfach mit der Elterninteraktion, zumindest für manchmal sozial Minderbegabte wie mich.



    Ich hatte gerade die Woche folgendes: Da sind drei Schaukeltiere. Ein 'grosses' Kind, ca. 3, schaukelt. Meine Kleine krabbelt begeistert zu einem freien und zieht sich hoch. Da rennt ein anderes Dreijähriges genau zu dem Tier, setzt sich drauf und fängt wild an zu schaukeln. Meine fällt hin, protestiert kurz und krabbelt dann zum dritten noch freien. Sobald sie sich da hochgezogen hat, rennt das andere Kind wieder zu dem Tier, wo meine Kleine steht und will da schaukeln.



    Ich habe ohne gross nachzudenken, das Tier festgehalten und freundlich gesagt, dass ich das nicht schön finde und sie bitte auf dem anderen schaukeln soll. Als nur ein leerer Blick zurück kam, kam ich mir ein bisschen blöd vor und dachte, dass ich Dreijährige wohl überschätzt habe.



    Da kam allerdings schon die Mutter schimpfend und meinte, dass sie jetzt sofort nach Hause gehen, wenn sie nicht direkt runter geht und sich entschuldigt. Und ein ganzer Wortschwall, warum das gar nicht geht. Aaargh, Das wollte ich jetzt auch nicht! Hab gemurmelt, nicht so schlimm. Und bin mit meiner zum anderen freien Tier.


    Später musste das andere Kind sich noch entschuldigen kommen und die Mutter hat sich auch nochmal entschuldigt.


    Ich glaube, ab jetzt bin ich vorsichtiger, wann ich was sage... Was meint ihr?

    Meist mobil im Forum. Bitte um Entschuldigung für Kürze und Tippfehler.

    Einmal editiert, zuletzt von Nollaun ()

  • Nollaun: nö, ich finde, du hast das genau richtig gemacht. Deine bzw die grenze deines kindes geschützt.


    Wenn ein kind wild ist und damit andere ärgert und die mutter so reagiert. Dann bist doch du nicht dran schuld. Dann ist es doch schon öfter zu solchen situationen gekommen und kind und eltern reagieren eben wie sie reagieren. Wenn du nichts gesagt hättest, wäre ähnliches vielleicht 10min später passiert...


  • Mietzekatze, Dankeeeeeee!! #kuss
    Sowas brauch ich... Und ich hab gleich eine Frage.


    - Ich sitze mit Baby auf dem Spielplatz. Es gibt vier Schaukeln, eine davon so ne Babyschaukel, mit Sitz zum Reinsetzen, der Rest normal. Ein größeres Kleinkind wird von seiner Mutter in der Babyschaukel geschaukelt. Ausdauernd. Sehr ausdauernd. Die anderen sind frei, das Kind könnte m.E. schon auf die normale, ich bin da aber nicht ganz sicher. Ich stehe irgendwann daneben mit Baby, um Interesse an der Schaukel zu signalisieren. Es wird weitergeschaukelt, Blickkontakt wird vermieden.
    Was macht man da? Ich bin echt eh schon Sozialdau, aber Mütter, die schon nonverbal die Krallen ausfahren wenn man ihrem Sonnenschein was will, die machen mir wirklich Angst. Ich hab mich ganz ehrlich nicht getraut zu fragen... Tipps, anybody? :/
    "Hallo, mein Kind würde auch gerne schauckeln, dürfen wir mal?" ;) Trau dich... ich würde vll euch fragen "wollt ihr auch mal" könnte aber auch denken, dass ihr nur zuschauen wollt.

  • Aus meiner Sicht: Bitte nicht. Zumindest nicht, ohne vorher einen dazugehörenden Erwachsenen verbal oder nonverbal zu fragen.


    Mein Kind hätte dich vielleicht sogar noch mal zurückgefragt: "Darf ich das wirklich essen?" und du hättest vielleicht geantwortet: "Natürlich".
    Du hättest aber nicht gewusst, daß mein Kind fragt, weil es hochgradig allergisch auf viele Lebensmittel reagiert, das hätte es im Kleinkindalter noch nicht erklären können.


    Selbst wenn es aktiv nachgefragt hätte, ich denke, es wäre ihm so bis 2 oder 3 nicht unbedingt bewusst gewesen gehabt, daß wir Kekse dabei haben, die es essen kann, daß das aber eben nicht für alle Kekse gilt.

    Was Trin zu diesem Punkt geschrieben hat möchte ich ganz dick unterstreichen! Bitte fragt den begleitenden Erwachsenen, wenn ihr das Kind nicht gut kennt. Wir haben hier auch das Allergieproblem, d.h. wir scannen den Spielplatz nach Kuchenresten, heruntergefallenen Keksen etc. (Glasscheiben, Hundekacke ... ist mir egal #augen , naja, so ziemlich) und wenn andere Kinder anfangen, solche Dinge zu essen, gehen wir auf Abstand. Das ist leider nötig.


    Und trotzdem wäre es neulich beinahe passiert, dass in einer Situation, in der ich nicht dabei war, etwas schlimmes passiert wäre. Das war im Kindergarten, als ein anderes Kind abgeholt wurde, und ein Vater meinem Sohn einen Keks angeboten hat. Mir wurde hinterher erzählt, dass glücklicherweise mein Sohn abgelehnt hat mit den Worten "ich darf das nicht essen". Da fiel es dann dem Vater auch wieder ein und er war ziemlich erschrocken. Aber mein Kind ist 2,5 und das war mehr Glück als irgendwas sonst. Also bitte bitte bitte fragt bei kleineren Kindern immer die Eltern, egal ob auf dem Spielplatz oder sonst wo ... dass das Risiko allen bewusst ist, ist für einige Kinder eine Lebensversicherung.

  • Bei uns sind die Spielplätzen recht überschaubar jnd meist kennt man sich zumindest vom sehen. Wenn jemand etwas von unseren Sandsachen nimmt, dulde ich es, wobei meine auch recht schnell protestieren und wir dann meist gemeinsam das Spielzeug zurück holen oder wenn die Kinder größer sind, sag ich ihnen, das sie vorher fragen sollen - genau das sollen meine Kinder nämlich auch.
    Ich habe meine Kinder immer selber im Blick und bin eher nicht soo vorsichtig (aber natürlich auch nicht fahrlässig) und habe es schon ein paar Mal erlebt, das andere Mütter der Meinung waren, eingreifen zu müssen (z.B. als mein Sohn ein Gerüst hochkletterte). Fand ich total daneben, mein Sohn hat es schon zigmal gemacht und wenn ich mir nicht sicher wäre, das er es alleine schafft, würde ich schon eingreifen (ich stand 2m von ihm entfernt und war im Kontakt mit ihm, sie stand daneben).
    Wenn ich natürlich in der Nähe bin und ein Kind sich sonst verletzt, greife ich natürlich auch ein aber wie gesagt, es kann auch sehr übergriffig sein.
    Essen gebe ich nicht unbedingt ab und findet es unmöglich, wenn meine Kinder zu andern Müttern 'betteln' gehen. Das brauchen sich die beiden gar nicht angewöhnen (die beiden können immer und überall essen).


    Und wegen der Schaukelgeschichte: Da setzte ich mich auch eher für meine Kinder und frage nach oder rede auch mal mit den anderen Kindern, wenn etwas dauerbelagert wird und meine Kinder sich selbst nicht trauen.

    "Believe in yourself or nobody will believe in you" (Mark Feehilly)

  • Toller Thread, ich häng mich direkt mit der Bitte um Einschätzung dran: Wir sind auf einem sehr kleinen, übersichtlichen Spielplatz, direkt neben einer Kita. Wenn dort nachmittags die Kinder abgeholt werden, kennen sich die Kinder dort. Sie sind älter als mein Kleiner, schätze so 3-5 Jahre alt, eine Gruppe von 6 Kindern etwa. A. findet die Kinder toll, mag gerne mitlaufen oder bei ihnen sein, aber das wollen die Kinder in ihrer doch sehr geschlossenen Gruppe nicht. Er versteht nicht, wenn sie ihn wegschicken, sie verstehen nicht, dass er sie toll findet, er nervt nur. Aus so Situationen hole ich ihn dann immer raus, weil ich schon finde, dass die Kinder das Recht haben, unter sich zu bleiben (Mein Mama-Herz blutet dabei, der Kleine versteht die Abweisung nicht, glaube ich).


    Wenn er aber aus eigenem Antrieb unten im Kletterhäuschen sitzt, die Gruppe aber gerne rein möchte, lasse ich ihn sitzen, denn die anderen Kinder könnten trotzdem rein, finde ich. (Hier geht es nicht darum, das Häuschen minutenlang zu blockieren, wie bei einer blockierten Schaukel). Oder? Ebenso beim Klettern auf das Häuschen. Oben auf der Plattform sind die Kinder, wollen nicht, dass er hoch kommt. Dann gilt entweder das gleiche wie im ersten Absatz, ich lasse die Kinder als Gruppe in Ruhe. Oder es gilt, dass noch Platz oben ist, er sowieso gleich runter springen möchte.


    Beim Rest: Beim Spielzeugaustausch fragen wir gemeinsam, entweder das Kind oder wenn das unterwegs ist mit Blickkontakt der Mutter. Will ein Kind mit unseren Sachen spielen, muss es nicht explizit fragen, aber eine Verständigung findet schon statt (ich frage, ob es spielen möchte, wenn es das nicht selber tut). Essen nur nach Rücksprache mit den Eltern. Ich passe allein auf mein Kind auf, sehe aber auch nach anderen Kindern, die in meinem direkten Umfeld spielen. Umgekehrt erwarte ich das nicht. Bei der besetzten Schaukel würde ich fragen und wenn ein Kind wie beim Federwippenbeispiel unanchtsam gegenüber meinem Kind ist, würde ich immer etwas sagen, auch auf die Gefahr, dass dessen Mutter unerwartet reagiert.

  • Der Umgang mit Spielzeug hängt sicher auch davon ab, was Dein Kind duldet. Die eigenen Sachen zu beschriften ist auf jeden Fall sehr sinnvoll. Wenn es für Dein Kind in Ordnung ist, dass andere sich sein Spielzeug nehmen und damit spielen, warum nicht? Wenn es dagegen protestiert, dann können andere Euer Spielzeug eben nicht nutzen. Interessiert sich Dein Kind für das Spielzeug eines anderen, wird es auch schnell merken, wie das andere Kind darauf reagiert.


    Zu intervenieren, wenn ein fremdes Kind sich zu verletzen droht oder in einer gefährlichen Situation steckt, finde ich angemessen. Aber auch nur dann und nicht, wenn ich irgendetwas nicht so schön finde.


    Ich rechne nicht damit, dass sich andere Eltern auf dem Spielplatz für mein Kind verantwortlich fühlen und es beaufsichtigen. Trotzdem kann ich mich unterhalten oder lesen. Wenn das Kind mich braucht, kommt es zu mir oder ich höre es, falls es mal nicht in meinem Sichtfeld sein sollte.


    Etwas zu essen gebe ich anderen Kindern nur nach Rücksprache mit den Eltern durch das Kind selbst oder mich, weil ich denke, dass kleine Kinder die Risiken von Allergien und Unverträglichkeiten noch nicht überschauen können.


    Für mein Kind entschuldige ich mich nicht, aber ich entschuldige mich, wenn mein Kind etwas getan hat, was ich bedauere. Ein Kind, was noch nicht weiß, was eine Entschuldigung bedeutet, würde ich auch nicht dazu anhalten.


    Zu dem Beispiel mit der Schaukel: Mein Kind kann auf dem Spielplatz alle Sachen nutzen, die es eigenständig ohne meine HIlfe nutzen kann. Im Babyalter hätte ich also erklärt, dass es sich jetzt an der Schaukel hochziehen kann und irgendwann, wenn es größer ist, auch schaukeln kann, ebenso wie es rutschen kann, wenn es die Leiter zur Rutsche bewältigen kann.

  • zum glück wurde das meiste schon gelöst, also picke ich mir nur zwei fragen raus:


    Was mache ich wenn das Spielzeug ohne zu fragen entführt wird?


    grundsätzlich wenn wir das spielzeug ausgeschüttet haben und es auf dem sand rumliegt darf jedes andere kind einfach nehmen. ich erlebe das in berlin als verbreitete angewohnheit und finde das recht entspannt. es ist dabei sinnvoll, am anfang das spielzeug auswendig zu lernen, besonders bei diesen eishörnchen muss man aufpassen, eventuell eins zurückhalten fürs spätere vergleichen.


    dazu gibt es zwei ausnahmen: wenn einzelne spielzeuge (zb die riesenschippe) bambam besonders am herzen liegen, bitte ich die kinder, ihn zu fragen. in der regel gestatet er das dann. wird es einfach so weggeschleppt, kann das zu verunsicherung führen.


    und: wenn bambam gerade mit etwas spielt soll es ihm nicht aus der hand gerissen werden. das setzte ich zuweilen einfach durch indem ich das spielzeug festhielt und geduldig erklärte, dass bambam noch damit spielt und dass das respektiert werden muss.


    superwertvoller tipp immer wieder: es ist eeeecht nützlich, ein zwei tauschgegenstände mitzuführen, die das eigene kind anbieten kann wenn ein anderes seins nicht abgeben will. bei uns waren das zwei bobderbaumeisterfahrzeuge, die er nicht so interessant fand, die andere aber heiß begehrten. mit etwas übung gelingen dann temporäre tauschgeschäfte erstaunlich gut schon im jungen alter.



    Soll ich mich für mein Kind entschuldigen, wenn es das selber noch nicht kann?

    ich sehe da keine pflicht außer bei massiven absichtlichen angelegenheiten (die seltenst vorkamen, dann habe ich auch eher bambam erklärt, was er da gerade verursacht hat) aber ich habe mich quasi bei jeder gelegenheit an bambams stelle entschuldigt, allerdings wirklich stellvertretend in der art "oh entschuldige bitte, das war bestimmt keine absicht. das tut mir leid..." ggf noch "kann ich dir helfen?"
    warum? um das vorzuleben, um zu zeigen in welchen situationen das angemessen ist und die gewohnheit zu vermitteln. hat funktioniert, mittlerweile entschuldigt bambam sich stets in angemessener weise. das ist so ein ähnliches ding wie bitte und danke sagen. ich halte wenig davon, vom kind zu verlangen "sag danke" - ich machte es einfach vor, bei jeder sich bietenden gelegenheit.


    ach doch, zur schaukel:
    ich habe für bambam die regel eingeführt, dass wenn ein kind mit etwas spielt, man nicht verlangen darf, dass es damit aufhört. das spiel der anderen muss respektiert werden, selbst wenn es sehr lange dauert. da ich bei ihm in der folge sehr lange phasen der endlosen geduld erlebt habe, bin ich der meinung, dass er dann auch so ausgiebig nutzen darf, wie er lust hat. bambam hat erlebtermaßen schon komplette stunden abgewartet bis er im trabi im technikmuseum ans steuer durfte, ich werde ihn nicht nach 10 minuten anweisen den platz anzugeben damit eilige andere kinder zu ihrem kurzen glück kommen (sorry)
    allerdings habe ich als er älter wurde durchaus gelegentlich sachlich darauf hingewiesen, dass manche kinder schon etwas länger auf etwas warten, was er gerade besetzt. die entscheidung habe ich ihm dennoch überlassen.
    das aber zu vermitteln, dass man geduldig warten sollte, hat sich als sehr entspannend erwiesen, wohl weil er begriff, dass er sich wiederum nicht dem stress ausgesetzt sieht, bald selbst wieder abgelöst zu werden. dadurch ging auch 2 stunden schlangestehen vor dem riesentraktor auf der landwirtschaftsausstellung (*bewunder*)

    H A L L O !
    R E G E N B O G E N !
    S O F O R T !

  • Danke für eure Antworten! Ich nehme einiges mit für den nächsten Spielplatzbesuch ^^

    kann ich mein Kind auch mal aus den Augen lassen, um mich zu unterhalten

    Das habe ich für mein Kind so nicht vor. Da ist er auch noch viel zu klein. Ich habe es nur schon öfter erlebt, dass auch kleine Krabbelkinder minutenlang unbeaufsichtigt über den Spielplatz gekrabbelt sind. Eins habe ich auch schon in Sicherheit gebracht als es gefährlich wurde. Haben die Eltern gar nicht mitbekommen.

  • Essen nehm ich nicht mit.
    Ansonsten spreche ich generell mit den Menschen, wenn ich etwas nicht weiß, oder etwas möchte.
    Allerdings hatten wir das schon zu Hauf, dass jemand den kletternden Muk "retten" wollte und meinte, ich sehe nicht, was er tue, da ich mich anderweitig beschäftigt hatte.
    Fehlannahme und ich war genervt, der Muk kann klettern und ich war durchaus aufmerksam. Daher: Im Notfall, klar helfen, aber nicht auf verdacht, nur weil das Kleinkind auf die Rutsche klettert o.ä.
    Schon das danebenstellen würde mich wundern. Meinen die jenigen wirklich, die Eltern sehen das nicht?


    Irgendwann hat ein Mann dem Muk mal ne sandige Pommes aus der Hand gerissen, weil er dachte, die hätte er gefunden und ich böse Mama hätte das nicht gesehen. Ich hatte sie ihm aber gegegben und er hat sie eben nen bissi sandig gemacht, naja, ich bin da nicht so zimperlig. Der Muk war tierisch erschrocken und hatte richtig Angst vor dem Mann.


    Ich hab dem Muk immer im Auge, aber renne nicht stets hinterher. Nie würd ich mich auf andere blind verlassen, wenn nichts abgesprochen ist.

  • Barney, danke für die interessante Schaukel-Meinung! Ich hab festgestellt, dass das vor allem mein Problem war. Bei so sehr "rumpelig" auftretenden Menschen, die mir schon nonverbal so viel Ablehnung und Überlegenheit signalisieren (so war es in der Situation für mich), wird bei mir einiges getriggert, das hat mit meinem Kind gar nix zu tun. Kennt das jemand und hat nen schlauen Tipp?


    Was mir auch nicht klar war: dass man größere Kleinkinder nicht zwingend frei schaukeln lassen kann.


    Wäre es denn aus Deiner Sicht ok, Barney, auf Nachfrage für 2-3 Minuten für ein Baby Platz zu machen? Denn grade bei uns (9 Monate) geht es ja um nicht mehr. Und dafür dann ne Stunde zu warten ist mir zu lang.


    -- Luxa